Es geht auch ohne

Oder

Stadtpokalausscheid

(22. September 2007)

 

Missverständnisse, ernstzunehmende Freude (?), grundlose Aufregung, Siegerlachen, wahre Worte, neuer Platz, brennende Septembersonne.

Dieser Samstagmorgen versprach  wirklich mehr als nur ein krieselnder Tagesbeginn zu werden.

Zum ersten Mal fand der alljährliche Ausscheid der Wehren im Kreis Wriezen auf einer Wiese hinter dem Beauregarder Feuerwehrdepot statt.


Kamerad Reinhard Jahnke wollte von Beginn an mit zwei Rathsdorfer Teams ins Rennen gehen,

wobei die Teilnahme einer zweiten Mannschaft bis zum letzten Tag offen blieb.

Doch hartnäckiges Hinterherfragen, ließ ihm am Wettkampftag den bereits ersten Sieg  für sich entscheiden: Rathsdorf startete mit zwei Mannschaften.

Zusammengewürfelt wurden, wohlgemerkt- ohne vorheriges Training:

 

Maschinist: Reinhard Jahnke

Saugekorb: Sven Heinhaupt

Saugelängen: Sven- Olaf Berger, Fred Lehmann

C-Läufer: Stephan Schmidt, Tilo Dewitz

B-Läufer: Andreas Topka

 

Pünktlich um 9.00 Uhr wurden alle anwesenden Wehren vom Stadtbrandmeister Jürgen Reichelt und der Altwriezener / Beauregarder Wehr begrüßt.

Die ersten  Missverständnisse traten auf, als bekannt gegeben wurde, dass mit Handschuhen gestartet werden soll, was rein logisch gewesen wäre, denn auch im Einsatz sind Handschuhe Pflicht.

Jedoch im Wettkampf noch nie vorgekommen. Schnell wurde dieses Problem geklärt, nur die Jugendmannschaften  sollten mit Handschuhen an den Start gehen.

Anschließend trat wieder das bereits gewohnte Gewusel ein.

Auf zwei parallel verlaufenden Bahnen traten jeweils gleichzeitig zwei Mannschaften an, was einen zügigen Durchgang ermöglichte.

Von den Rathsdorfern trat als erstes die ursprüngliche Mannschaft an.

Alles schien auf Anhieb zu klappen, die Schläuche waren weg, die TS lief, der Saugekorb hing im Wasser, jedoch löste sich beim Eintauchen des Korbes, die zuvor zusammengekoppelte Saugelängen.

Ein Brüll von Maschinist Heiko Dewitz, ließ den Wassertrupp noch einmal nach hinten schauen und umgehend zurück zur TS eilen, um den entstandenen Fehler zu beheben. Mit etwas Zeitverlust wurden anschließend die beiden Zielobjekte (zwei auf Pfählen stehende  Flaschen) getroffen.

Zügig mussten wir dann alles für die anschließend startende Rathsdorfer Mannschaft zurecht machen.

Auch in deisem Durchgang klappte alles auf Anhieb ohne Fehler.

Aufgabe bestanden, für beide Mannschaften und natürlich für unsere TS, die von vielen beliebäugelt wurde.

 

Letztendlich ließen wir geschafft den einzigen Wettkampf in unserer Region hinter uns und traten zum gemütlichen Teil über. Schnell war bei Wurst und Bier das Missverständniss zwischen dem Wassertrupp der ersten Rathsdorfer Mannschaft vergessen. Probleme hatten derweil die Kameraden der A-Jugend, kurz vor deren Start erfuhren sie, dass sie mit drei Saugelängen starten mussten.

Viele Worte fielen, Augen rollten, schwindender Mut bei den Jüngsten. Verständlich, denn nur wenige Minuten vor deren Start, musste das vorherige Training des Wassertrupps umgestellt werden, zwar dauerte es länger, doch auch dieser Durchgang verlief ohne Probleme.

Glück hingegen hatten die Altwriezener Frauen, die, wegen einer Panne, zweimal an den Start gehen durften, obwohl sie im Grunde nichts zu verlieren hatten. Der Sieg wäre auch mit Panne und einer Zeit von 30 Minuten ihrer gewesen, so waren sie auch in diesem Jahr die einzigen Frauen, die als komplette Mannschaft an den Start gingen.

 

Nach den Durchgängen im “Löschangriff nass”, räumten die Organisatoren eine Verschnaufspause ein, bei der sich die anwesenden Männer und Frauen vom Essensangebot des hiesigen Heimatvereins überzeugen konnten.

Anschließend durfte sich die Jugend auf der eiligst aufgebaute Hindernissbahn messen.

 

Die darauf folgende Siegerehrung fiel umso nüchterner aus.

Die Altwriezener Frauen freuten sich, genauso wie im vergangenem Jahr auf einen ersten Platz und die zweite Rathsdorfer Mannschaft auf einen wohlverdienten zweiten Platz. Der diesjährig vergebene Wanderpokal bei den Männern verblieb bei den Altwriezener Männern.

 

Höhepunkt war in diesem Jahr nicht die durchgeführte Siegerehrung, sondern

wahre, knallharte, abschließende Worte vom Bürgermeister der Stadt Wriezen Uwe Siebert.

Zu Beginn seiner Rede konnte er sich die spitze Bemerkung nicht nehmen und Gerüchte, er sei nicht aus dem Bett gekommen, mit einer Entschuldigung zu revidieren. Er sei deshalb zu spät gekommen, da er zuvor an einem Ausbildungstag in Strausberg teilgenommen hatte.

Im letzten Jahr blickte er optimistisch in die Zukunft, dieses Jahr fehlte jener Blick völlig.

Bemängelt hatte er, dass bei diesem Pflichttermin, welcher der Stadtpokal eigentlich sein sollte, nicht alle Wehren teilgenommen hatten. Leider, so Herr Siebert in seinen Worten weiter, sei der Stadtpokal auch der einzig stattfindene Wettkampf, das einzige Zusamentreffen aller Wehren der Stadt / des Amtes Wriezen.

Sinngemäß in seinen folgenden Worten warnte er regelrecht die anwesenden Wehrführer, dass wenn es so bleibt, er gezwungen sei die Prioritäten auf diesem Gebiet zu überdenken.

 

Es fehlte die Verbeugung, der fallende Vorhang und der jubelnde Applaus.

Der Wettkampftag war damit beendet