Machtspielchen mussten hingenommen werden

Oder

Ausscheid in Schiffmühle

(29. September 2007)

 

Laut Ausschreibung  der Freiwilligen Feuerwehr Schiffmühle “hat die Anreise bis 07:45 Uhr zu erfolgen.”

Nicht gerade der späteste Termin für einen Samstagmorgen, aber, da wir das frühe Aufstehen bereits von vergangenen Wochenenden gewohnt waren, trafen sich  in der Morgendämmerung

genauso viele Kameraden, dass ein Antreten einer Mannschaft für uns kein Problem war.

Trotzdem, irgendwie war es von vornherein kein guter Start in unseren ersten, auswärtigen Wettkampf, ohne vorheriges Training versuchten wir uns außerhalb der Grenzen von Wriezen zu behaupten. Da halfen auch keine Sprüche wie: Hauptsache wir haben dran teilgenommen.

Selbst Petrus warnte uns vor und verbarg seine wärmenden Sonnenstrahlen hinter kilometerdicken Regenwolken, die dieses Trauerspiel mit viel Tränen begossen, so dass die gelbe Wiese in der Nähe des Bruchsees mehr einem matschigen Acker glich, was weiß Gott den Start aller Mannschaften nicht gerade einfacher werden ließ.

 

Aufregung auf allen Posten machte sich breit, ob an der C-Läufer-Front, hinten an den Saugelängen oder an der TS. Alle standen insgeheim unter enormen Erfolgsdruck, denn unter den 22 gemeldeten Mannschaften, von Oderberg, Falkenhagen, Kruge/ Gersdorf, Falkenberg,… reihten sich auch Bad Freienwalde und Altranft, bei denen eigentlich an Konkurrenz nun wirklich nicht zu denken war, da diese Wehren bereits in weitaus höheren Ligen sich beweisen dürfen.

Überhaupt war hier so einiges anders:

gestartet wurde zweimal im “Löschangriff nass”, wobei nur die bessere Zeit gewertet wurde,

gestartet wurde in der Altersklasse 18+ mit Handschuhen,

gestartet wurde in vorgeschriebener Reihenfolge ohne das uns wohlvertraute Losziehen .

 

Nach gut 1 ½ Stunden waren nicht nur die Jugendlichen  bis 17 Jahre fix und fertig, auch die Startplätze um die Loren und den Podesten waren an ihre maximale Belastbarkeit gekommen.

Zentimeterdick war der Schlamm, in dem bereits einige Jugendliche spektakuläre Bruchlandungen absolvierten, die ein “Ah” und “Oh”- Raunen den Zuschauern entlockten.

Kurzer hand entschloss man sich den Startbereich um einige Meter zu verschieben, doch, was nützt es, wenn auch die nachfolgenden Wehren ihre Schläuche nicht leer laufen lassen, um somit beim Abkoppeln von der TS Überschwemmungen zu umgehen.

Von Rücksichtsnahme war meistens nichts zu spüren.

 

Gespannt warteten wir auf den ersten Durchgang der Männermannschaften, wichtig wäre uns, wie die anderen starten, um uns mögliche Kniffe und Tricks abschauen zu können. Doch, dass wir dazu kommen sollten wäre für uns ein Wunder gewesen, denn wir gehörten zu den ersten beiden Mannschaften, die in dieser Altersklasse parallel starten sollten.

 

Was ich aber in diesem Zusammenhang noch nie miterlebt habe, innerhalb unserer Aufbauzeit von

5 Minuten, wurde beinahe die komplette Wettkampfordnung umgestellt.

Es hieß: “…der B ist bereits an der TS…”, es hieß weiter:”… der Saugekorb ist bereits dran…”,

nicht enden wollend: “… jede Wehr nutzt eigene Saugelängen und eigenen Saugekorb, es wird nichts

gestellt !”

In diesem Moment hatte ein aus dem nichts kommend lächerlich quakendes Geräusch gefehlt, was einen gewissen Witz in diese Situation hineingebracht hätte.

Genau das war der Punkt auf den wir uns verlassen hatten, nicht das Geräusch, die Saugelängen. Während der Wettkampfvorbereitung am Freitagabend hatten wir diesen Teil außenvor gelassen und unsere Saugelängen somit nicht vorbereitet.

Verwundert und nach dem Grund fragend, räumten wir die bereits vorbereiteten Längen der Schiffmühler vom Podest und gingen zügig zum Fahrzeug und besorgten unsere Ausrüstung, mit der Hoffnung, dass es irgendwie halten wird / halten muss.

Wie sich herausstellte waren die Freinwalder Kameraden Auslöser hierfür, sie wollten sich beim Aufbauen nicht an die Auschreibung halten und holten ihre eigenen Saugelängen.

Daniel Werner, dem schiffmühler Wehrführer und Veranstalter blieb nichts anderes übrig, als

“klein bei zugeben” und die Ausschreibung zum Wohle der Freinwalder umzustellen, was natürlich den Mißgunst der anderen Wehren mit sich zog.

Ebenso war es mit der Aufbauzeit bei einer der vielen für Freinwalde startenden Mannschaften bestellt, diese hatte sie um ein vielfaches bereits überschritten und wurde, auch nicht nach Beschwerden von den anderen Wehren, bestraft… .

Egal ! Unbeeindruckt von diesem Schmalspurtheater legten wir widererwartend zwei passable Zeiten hin. Wir, d.h.:

            Maschinist: Heiko Dewitz

 Saugekorb: Willi Dewitz

 Saugelängen: Lothar Ewerth, Tilo Dewitz

 B-Schlauch: Benny Wartenberg

 C-Schlauch: Nicole Heinhaupt, Stephan Schmidt.

 

Nach unzähligen Regenschauer und einer nicht vergehen wollende Zeit, fand dann eine kurze Siegerehrung statt.

Mit den Worten, die Schlammschlacht sein nun vorbei, verabschiedete sich Wehrleiter Daniel Werner von den zahlreichen Kameraden, die bei dem Wort Schlammschlacht nicht nur an das miserable Wetter gedacht haben mögen.

Trotz guter Verpflegung u. a. von der Küche am Weidendamm und trotz der Bemühungen der Schiffmühler Kameraden, wollte der Funke nicht überspringen, laute Worte, schief gehende Durchgänge, unfaire Beformundung,… .

Es wäre jetzt unfair von mir, das alles auf das schlechte Wetter zurückzuführen.

Ich persönlich bin (ganz ehrlich gesagt) froh, beim nächsten Wettkampf die Wriezener um mich herum zuhaben und den routinierten Trott unserer Wettkämpfe durchzustehen.