Sprühen statt Spritzen

 

Oder

 

Ausscheid in Rathsdorf

 

(13. Oktober 2007)

 

 

 

 

 

 

 

Von vornherein hatte er ein schlechtes Gefühl, “können wir nicht vorher noch einmal üben, ich weiß doch gar nicht was ich machen soll !”

 

-Ach das wird schon !-

 

 

 

Bereits Wochen vor diesem Samstagmorgen begannen die Vorbereitungen zu diesem, zu unserem persönlichen Wettkampf, durchgeführt von der Freiwilligen Feuerwehr Rathsdorf.

 

Wehrleiter Heiko Dewitz und Kamerad Lothar Ewerth wirbelten meist nach Feierabend unbemerkt von dem restlichen Trupp. Schrieben Einladungen, holten Pokale, kümmerten sich um die Verpflegung und weitere organisatorische Angelegenheiten.

 

 

 

Am Samstagmorgen war es dann soweit, geschafft und froh darüber, dass sich die tagelange Anstrengung gelohnt haben müsste, begrüßten Wehrleiter und Stellvertreter die Rathsdorfer Kameraden im Feuerwehrdepot.

 

Doch ein Wunsch hatte Heiko Dewitz noch zur Erfüllung geäußert: “mehr Männer brauche ich !”

 

Nicole Heinhaupt fiel aus, da sie einen Verband am rechten Handgelenk hatte und die Hand nicht richtig bewegen konnte, Sven Heinhaupt sollte nur Zeitnehmer sein, da seine Wettkampfkluft dreckig sei und überhaupt fehlten viele feierwütige Kameraden.

 

Unser Ziel war es auch dieses Mal, mit zwei Mannschaften an den Start zu gehen, bereits am Freitagabend hatten wir so halbwegs die Aufgaben verteilt. Doch was hilft es, wenn nicht mal einen Tag später die Hälfte fehlt.

 

Nichtsdestotrotz fuhren wir gegen 7.30 Uhr zum Antennenplatz, da noch wenige Aufbauarbeiten geleistet werden mussten. Den Platz hatte zuvor der Altgauler Bauer Stiehm für uns abgemäht. Die anwesenden Kameraden bauten eilig einen Pavillon und mehrere Sitzgelegenheiten auf.

 

Und siehe da, mit höher rückender Sonne, kamen auch die fehlenden Kameraden mehr oder weniger ausgeschlafen auf die, in der Sonne glänzende Wiese am Dorfende. Selbst Christopher Pach, der gewaltsam von Kamerad Benny und Olaf aus dem Schlaf gerissen wurde, wankte über den Platz.

 

Der Anreisezeitpunkt für alle Wehren war bis gegen 9.00 Uhr angesetzt, so dass Wehrleiter Heiko Dewitz die Wehren aus Schiffmühle, Altwriezen / Beauregard, Altranft, Eichwerder, Frankenfelde und Rathsdorf um kurz nach 9.00 Uhr begrüßen konnte, wobei er auch noch einmal die wichtigsten Punkte der Wettkampfordnung wiederholte, die den Wehren bereits bekannt gegeben wurden.

 

 

 

Gestartet wurde zeitversetzt auf zwei Bahnen, wobei die Männermannschaften den Anfang machten.

 

Die erste Rathsdorfer Mannschaft (bestehend aus den jüngeren Kameraden:

Maschinist: Heiko Dewitz

 

Saugelänge: Benny Wartenberg, Sven- Olaf Berger

 

Saugekorb: Sven Heinhaupt

 

B- Schlauch: Jan Abramowski

 

C- Schlauch: Stephan Schmidt, Christopher Pach )

 

startete  als zweite Mannschaft. Pech für Kamerad Christopher, der die Aufgabe des linken C- Läufers übernehmen und somit auch den B- Schlauch an die TS koppeln musste, für ihn nur Böhmsche Wälder in moosgrünem Kleid. Die Handgriffe und Abläufe waren ihm noch immer nicht klar, deshalb hoffte er sich von vorher startenden Mannschaften sich einige Kniffe abschauen zu können, doch dazu blieb nun keine Zeit mehr und man musste ihm eine kurze theoretische Einweisung geben, die mehr einem steilen Absturz eines Fallschirmspringers ohne Fallschirm glich.

 

-Ach, du packst das schon !-

 

Kurz darauf ertönte das Startkomando, alles rannte, koppelte und dröhnte.

 

Am Anfang sah es gar nicht mal so schlecht aus, hätte Christophers Strahlrohr nicht auf Sprühen als auf Spritzen gestanden.

 

Vorne wunderten wir uns, warum sein Strahl die 10 Meter entfernten Flaschen nicht erreichte.

 

Laut wurde auf den Fehler hingewiesen, kostbare Zeit verstrich und ließ nur einen schillernden Regenbogen über dem Unglücksraben erscheinen, der Sieg war futsch und die Rathsdorfer sauer, sie wussten es schon vorher, dass Pach es vergeigen würde.

 

Doch übel nehmen kann man ihm es nicht, nur wenige Ausscheide hatte er mal vor Jahren miterlebt.

 

Als fünfte und somit letzte Männermannschaft hieß es für die Rathsorfer II: “Mein Kommando

 

lautet,… .” (bestehend aus den älteren Kameraden:

 

Maschinist: Reinhard Jahnke

 

Saugelänge: Fred Lehmann, Lothar Ewerth

 

Saugekorb: Willi Dewitz

 

B- Schlauch: Andreas Topka

 

C- Schlauch: Marko Wenda, Tilo Dewitz)

 

Alle Männermannschaften gaben alles, bevor die Bahnen für die Jugend zurückgebaut wurde. Auch bei ihnen hieß es, Einsatzbereitschaft zeigen.

 

 

 

Erst im Nachhinein kamen vereinzelte Vertreter der Wehren und wiesen auf Ungereimtheiten beim Start der Altranfter Männermannschaft hin, so soll bspw. der Saugekorb bereits angekoppelt gewesen sein und nur ein Mann am Strahlrohr gestanden haben, wobei der zweite Mann abseits stand, um den Strahl zu überprüfen. Ersteres konnte mit Hilfe der Videoaufzeichnung von Kamerad Reinhard Jahnke und dem Bericht des Starters widerlegt und Zweiteres nicht mehr nachvollzogen werden.

 

Man suchte daraufhin das Gespräch mit den Altranftern, die sich empört zeigten, schließlich spielen sie, wie bereits erwähnt, in weitaus höheren Ligen, wo dieser Durchlauf Gang und Gebe ist.

 

“So brauchen wir erst gar nicht anfangen,” soll ein Ranfter Kamerad gesagt haben. Wehrleiter Dewitz musste sich diesen Fehler eingestehen und auf Besserung beim nächsten Mal vertrösten.

 

Nach rund zwei Stunden, konnte bei blauem Himmel mit Schäfchenwolken die Siegerehrung erfolgen.

 

Folgende Plätze wurde belegt:

 

 

 

Männer:                                                                                    Jugend B:

 

           1.Platz Altranft                              0:37:25                 1.Platz Schiffmühle                       0:56:07 

 

           2.Platz Rathsdorf I                         0:45:92                 2.Platz Frankenfelde                     1:22:73

 

3.Platz Altwriezen / Beauregard    0:50:21                  Jugend A:

 

4.Platz Eichwerder                         0:52:68                 1.Platz Altwriezen / Beauregard   1:11:07 

 

5.Platz Rathsdorf II                        1:07:94

 

             

 

Gegen 11.30 war dann der größte Teil geschafft, lediglich Karins Imbiss, Tische, Bänke, das Zelt, die Podeste und Loren standen nun noch auf dem geleertem Platz. Nach einer kurzen Mittagspause wurde alles wieder so hergerichtet, wie es vorher war und die Schläuche zum Trocknen in die Höhe gezogen.

 

 

 

Ein gelungener Wettkampftag ging “Gott sei Dank” zu Ende.