Jubiläum mit Löschangriff von oben

 

Frankenfelde . Natürlich hatten sie sich mit dem Wetter ein wenig mehr Glück erhofft - die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfelde, die am 25./26. Juli ihr 75-jähriges Jubiläum begingen. Doch gestandene Feuerwehrleute lassen sich von so etwas nicht die Laune verderben. Im Gegenteil bot der plötzliche Regen Gelegenheit, einmal wieder die praktischen Fähigkeiten zu demonstrieren. Ein Lastwagen, der am Sonnabendmorgen Waren für das Fest anliefern sollte, hatte sich auf der nassen Wiese des Dorfplatzes festgefahren. Die Frankenfelder Brandschützer zogen ihn kurzerhand mit einem Traktor aus dem Schlamm.

Auf andere Art tat der junge Löschzugführer Sebastian Seliger sein Bestes, um trotz widrigen Wetters die Situation zu retten. So moderierte er in fröhlicher, unkonventioneller Art die zahlreichen Ehrungen, die auf dem Programm standen. Mehrere Mitglieder seiner Wehr wurden bei dem Anlass offiziell befördert. Eine Ehrung dürfte Seliger besonders gefreut haben: Sie galt seinem Großvater Ehrenfried Grunow, dem Mitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes auf dem Fest für 60 Jahre Mitarbeit dankten. Grunow nahm die Ehrung gerührt entgegen und erzählte später gerne davon, wie er im Sommer 1934 der Freiwilligen Feuerwehr beitrat: "Ich war damals erst 17 Jahre alt. Meine Mutter musste noch für mich unterschreiben", so der Rentner fröhlich.

Unter den zahlreichen Gästen war auch das Wriezener Stadtoberhaupt Uwe Siebert. Dieser nutzte den Besuch in dem Ortsteil für ein Versprechen: "Wir werden keine Ortswehren zusammenlegen oder schließen", so Siebert auf der Feier.

Ein anderer Besucher war extra aus Bad Pyrmont angereist, um mit den Frankenfeldern zu feiern. Georg von der Heide, Vorsteher im Ortsteil Kleineberg, dem Partnerort, war über das Wochenende zu Gast, begleitet von einer Abordnung der heimischen Feuerwehr. Diese feierte ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Löschfahrzeug, das die Kleineberger der befreundeten Wehr vor fünf Jahren geschenkt hatten.

Neben offiziellen Ansprachen hatte das Fest, das von Freitag bis Sonntag lief, natürlich noch andere Seiten aufzubieten. Die Frankenfelder hatten sich ein buntes Programm ausgedacht, zu dem unter anderem Fahrten mit der Kutsche oder dem Quad gehörten. Die Kollegen aus Wriezen hatten ihre Drehleiter mitgebracht, der Freiwilligen einen Blick über das ganze Dorf ermöglichte. Und weil bei einer Feuerwehrfeier der "Löschangriff nass" nicht fehlten darf, wurde am Sonnabendmorgen auch dieser traditionelle Wettkampf durchgeführt. Sieben Wehren aus der Umgebung nahmen teil, am Ende setzten sich die Rathsdorfer mit einer Zeit von 1,15 Minuten gegen die Konkurrenz durch. Auf dem zweiten Platz landeten die Lüdersdorfer mit 1,22 Minuten, gefolgt von der jüngeren Löschgruppe aus Frankenfelde mit 1,26 Minuten.