Altranft feiert seine Wehr- Oder: Ein Team auch ohne Erfolg

Ein einzigartiges Feuerwehrgroßereignis bescherte uns das 100 jährige Jubiläum der Altranfter Freiwilligen Feuerwehr.

Es ist Samstag der 14. Juni, der erster Ausscheid in diesem Jahr, an dem wir teilnehmen konnten.

Groß war bereits im Vorfeld die Aufregung, nicht nur bei Wehrleiter Heiko Dewitz, bereits aus dem Vorjahr wussten wir, dass die Wehren im Amtsbereich Bad Freienwalde in völlig anderen Ligen spielen, jedenfalls im Bezug auf die Ausscheide im Löschangriff nass.

Intensiver denn je begannen somit schon Wochen vorher unsere Trainingsphasen, das erste des Jahres bereits am 24.Mai, an diesem Samstag lagen wohl überall die Nerven blank.

Wir fuhren an diesem Vormittag ans Torfloch, seit Jahren der einzig wahre Platz, an dem wir üben konnten, zwar "nur" aus dem offenen Gewässer und nicht aus der Lore, aber Hauptsache Wasser kommt ans Ziel.

Unzählige Male übte der Wassertrupp sein Kuppeln, bis letzten Endes aus nur "mäßig schnell", "ganz schnell" wurde. Die Mücken fraßen sich bis auf die Knochen durch, die Raucher rauchten ohne Gnade auf den wartenden Angriffstrupp, die Schwäne drehten vom Wind getrieben träge ihre Runden.

Dann endlich war es soweit, unser erster Durchgang für das Jahr 2008 war zum Greifen nahe.

"Mein Kommando gilt, zum Löschangriff vor".

Das letzte Wort von Kamerad Stephan Schmidt war noch nicht ganz verhallt, da lief auch alles schief, was schief gehen kann, die Saugelängen zogen mehr Luft als Wasser, Schläuche sprühten aus unzähligen Löchern, der Saugekorb drohte im Morast zu versinken und so weiter.

Die Stimmung war nicht gerade zum Himmel hoch jauchzend, es wurde geflucht und das schlimme SCH- Wort ohne Rücksicht auf die Angler, gen See geschmettert.

"Können wir abbauen?" Waren wohl noch die jugendfreiesten Worte in diesem Augenblick.

Die Wettkampfbahn verschwand stillschweigend von der Wiese.

Blitzartig war sie verpufft, die anfängliche Kämpfer- Euphorie.

Egal, beim nächsten Training wird alles besser.

Am 7.Juni unserem letzten Training konnten endlich unsere Kameraden zeigen, was sie eigentlich können, was vor einigen Trainingseinheiten noch schief ging, konnte an diesem Samstag mit Bestzeiten von unter 50 Sekunden wettgemacht werden. Also optimale Bedingungen für unsere Starter beim Ausscheid:

Maschinist: Heiko Dewitz

Saugelängen: Benny Wartenberg, Marc Lippert

Saugekorb: Sven- Olaf Berger

B-Läufer: Jan Abramowski

C-Läufer: Nicole Heinhaupt, Marko Wenda

Zwar können wir nicht mit den Favoriten mithalten, dafür können wir zeigen, was wir können.

Zum Ende dieses Trainings "scharte" Wehrleiter Dewitz alle Teilnehmer noch einmal um sich und orderte an, dass jeder neben seiner Wettkampfausrüstung auch sein Rathsdorf Feuerwehr T-Shirt und Basecap tragen solle, denn schließlich können wir uns nur als Team der Herausforderung stellen.

Am Jubiläumstag selbst befanden sich neben den 27 Wehren, die von Königswusterhausen, Libbenichen, Bralitz, Genschmar, anreisten, auch die Kameraden der tschechischen Nationalmannschaft (im Feuerwehrsport), die mit einer Zeit von 28,4 Sekunden einen wohlverdienten 4. Platz erlangten.

Zeiten, von denen wir nur träumen können. Eine Wertung unseres Löschangriffs scheiterte am strikten Reglement der Wettkampfordnung, die besagt, dass eine Startwiederholung, nach einem Schlauchplatzer nicht möglich sei. Und somit belegten wir, zusammen mit den Wehren aus Orzechow und Altfriedland, denen es ähnlich erging, einen letzten Platz.

Nichtsdestotrotz war eines heute viel wichtiger:

Heute waren wir ein Team

und somit verließen wir gemeinsam den Wettkampfplatz,

noch bevor die Siegerehrung vollzogen wurde.